← Zurück zum Blog

Die 10 schönsten Wasserfälle in Spanien

Cola de Caballo, Ordesa, Spain
Photo: unknown photographer, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Spaniens Wasserfälle konzentrieren sich auf die Pyrenäen, die Picos de Europa und die mediterranen Travertintäler. Manche sind durch Wasserkraftnutzung reduziert, andere laufen ganzjährig. Alle zehn auf der Karte.

Pyrenäen und nördliche Gebirgsketten

Die Pyrenäen entlang der französischen Grenze bieten Spaniens dramatischste Wasserfalllandschaften. Gletscherschmelze und hochalpine Schneedecken treffen auf senkrechte Kalksteinwände und erzeugen Stürze, die es mit denen der Alpen aufnehmen können. Frühling (Mai bis Juni) ist die Hauptsaison; bis August sind viele kleinere Fälle deutlich reduziert.

1. Nervión-Fälle, Burgos/Álava

Mit 222 Metern ist der Salto del Nervión offiziell der höchste Wasserfall Spaniens und einer der höchsten freifallenden Stürze der Iberischen Halbinsel. Das Wasser stürzt von der Kalksteinwand der Sierra Salvada — an der Grenze zwischen Burgos und der baskischen Provinz Álava — in den Karstkessel der Délika-Schlucht. Der speisende Bach ist vollständig saisonal: Nach starken Herbst- oder Winterregen ist die Kaskade donnernd laut, ein weißer Schleier, der kilometerweit zu sehen ist; im Juli und August kann sie völlig trocken fallen. Die beste Zeit ist März bis Mai nach den Winterregen. Der klassische Zugang ist ein 5 km langer Rundweg vom Dorf Délica (bei Orduña) zum Mirador del Nervión, der direkt am Abbruch liegt. Der Aussichtspunkt hat Sicherheitsgeländer und Sitzbänke. Nächste Großstadt ist Vitoria-Gasteiz, etwa 40 km östlich. Kein Eintritt; der Weg ist vom Parkplatz Délica gut ausgeschildert.

2. Cola de Caballo, Ordesa

Der „Pferdeschwanz" im Nationalpark Ordesa y Monte Perdido ist wahrscheinlich Spaniens meistfotografierter Wasserfall. Er fällt etwa 70 Meter in klassischer Pferdeschwanzform, gespeist von Schneeschmelze des Monte-Perdido-Massivs (3.355 m), und bildet den Mittelpunkt der Talschluss-Wand. Der Nationalpark ist UNESCO-Weltnaturerbe. Der Standardzugang führt über den Talbodenpfad vom Parkplatz Pradera de Ordesa — ein spektakulärer 8 km langer Weg durch Buchen- und Kiefernwälder entlang des Río Arazas, mit 400 Meter hohen Wänden auf beiden Seiten. Einplanen: 5–6 Stunden Gesamtzeit. Der Parkplatz ist im Juli und August vor 8 Uhr voll; ab Torla verkehrt ein Shuttlebus. Beste Besuchszeit: Mai bis Anfang Juli, wenn die Schneeschmelze den Fall füllt.

3. Cascada del Cinca, Pyrenäen

Der Cinca entspringt an den Südflanken des Monte Perdido, und sein Oberlauf bei Bielsa birgt einen der abgelegensten Stürze in den aragonesischen Pyrenäen. Der Fall liegt auf etwa 1.800 m Höhe am Schluchtenkopf, wo der Fluss über eine polierte Kalksteinlippe in eine enge Schlucht stürzt. Glacialer Einfluss bedeutet, dass die Spitzenwasserführung später als im Tal einsetzt — Juli ist typischerweise der stärkste Monat. Der Zugang erfolgt über die Bielsa-Talstraße (A-138) ab Ainsa; ein 4WD-Weg und dann ein 2 km langer Pfad führen zum Fuß. Der Bielsa-Straßentunnel nach Frankreich liegt 20 km nördlich. Ainsa selbst, ein wunderschön erhaltenes mittelalterliches Dorf, ist eine ausgezeichnete Basis mit Unterkünften von ländlichen Pensionen bis zu einem kleinen Parador.

Atlantische und kantabrische Wasserfälle

Die kantabrische Küste erhält starke atlantische Niederschläge, und die dahinterliegenden Berge — die Cordillera Cantábrica und die Picos de Europa — erzeugen eine Reihe ganzjährig wasserreicher Fälle, die weit weniger besucht werden als ihre pyrenäischen Pendants.

4. Cascada de Ézaro, Galicien

Die Cascada de Ézaro an der Costa da Morte ist eine hydrologische Besonderheit: Der Xallas ist der einzige Fluss auf dem europäischen Kontinent, der direkt ins Meer stürzt. Der Fall fällt etwa 40 Meter über Basaltfelsen direkt auf die felsige Küste nahe dem Dorf Ézaro (Gemeinde Dumbría, Provinz A Coruña). Die dramatische Szenerie wird durch die Meereslage verstärkt — an klaren Tagen sieht man den Atlantik bis zum Horizont, während der Fluss sich im Sprühnebel zu Füßen auflöst. Allerdings ist der Xallas durch Staudämme für die Stromerzeugung weitgehend gefasst, und für den größten Teil des Jahres erreicht nur ein Rinnsal das Meer. Der Betreiber gibt an Wochenend- und Feiertagabenden von Ende Juni bis August einen vollen Abfluss frei, typischerweise um 20:00–21:00 Uhr (Aushänge im Ort beachten, da Zeiten variieren können). Ézaro liegt etwa 90 km westlich von Santiago de Compostela. Es gibt einen Mirador über dem Fall und einen Pfad zur Basis.

5. Cascada del Cardal, Kantabrien

Versteckt in den Wäldern des Liébana-Tals in den Picos de Europa, fällt die Cascada del Cardal etwa 30 Meter durch eine enge, moosbewachsene Kalksteinschlucht. Die Liébana-Region ist vor allem als Ausgangspunkt für Picos-Wanderungen und als Heimat des Klosters Santo Toribio de Liébana bekannt. Der Wasserfall ist von Potes, dem Hauptort des Tals, über einen Waldpfad in etwa 45 Minuten erreichbar. Der Abfluss ist ganzjährig zuverlässig, da der Atlantik die Picos selbst im Sommer beregnet. Besonders schön ist der Fall im Herbst (Oktober–November), wenn die umgebenden Buchenwälder sich gold und orange färben.

6. Cascada del Asón, Kantabrien

Am Kopf des Asón-Tals, auf etwa 800 m Höhe nahe dem Weiler Fuente las Varas, tritt der Río Asón direkt aus einer Höhle in der Felswand und stürzt 70 Meter über Kalkstein — ein echter Karstquell-Wasserfall. Das Wasser sammelt sich unterirdisch auf dem Plateau oberhalb und bricht aus dem Felsen. Das Asón-Tal ist eine der grünsten Ecken Kantabriens, mit Viehweiden und kleinen Weilern. Frühling (März–Mai) ist die stärkste Jahreszeit, wenn Schneeschmelze zum Karstfluss hinzukommt. Ein breiter, weitgehend flacher Pfad von etwa 3 km Länge führt von der Talstraße zur Basis. Nächster Ort mit Versorgung ist Ramales de la Victoria, etwa 20 km flussabwärts.

Mediterranes Inneres und Karstquellen

Zentral- und Südspanien bietet eine ganz andere Art von Wasserfall — oft unregelmäßige Karstquellen und Travertinkaskaden, geformt durch Kalksteingeologie statt Gebirgsschneeschmelze.

7. Cascada del Río Mundo, Albacete

Der „Reventón" (sinngemäß „Ausbruch") ist einer der seltsamsten Wasserfälle Spaniens. Nahe dem Dorf Riópar in der Sierra de Alcaraz treten die Quellen des Río Mundo aus einer Höhle in der Felswand und kaskadieren 70 Meter die Felswand hinab. Der Haken: Der volle Ausbruch ist unregelmäßig und unberechenbar. Nach anhaltenden Regenfällen entlässt die Höhle einen donnernden Strom; in Trockenperioden sickert nur ein bescheidenes Rinnsal heraus. Das Gebiet liegt im Naturpark Sierras de Cazorla, Segura y Las Villas (dem größten Schutzgebiet Spaniens). Ein 2 km langer beschilderter Pfad vom Parkplatz in Riópar führt zum Fall; das Gelände ist flach. Nächster Flughafen ist Murcia (etwa 2 Fahrstunden) oder Albacete (etwa 1,5 Stunden).

8. Cascada de la Cimbarra, Jaén

In den Ausläufern der Sierra Morena nördlich von Jaén stürzt der Guarrizas 20 Meter über eine geschwungene Granitlippe in ein breites Tauchbecken — einer der besten Wildbachwasserfälle Andalusiens. Der Granit ist hier ungewöhnlich; die meisten Sierra-Morena-Gesteine sind alte variszische Felsen, und die glatte geschwungene Oberfläche verleiht dem Fall bei mittlerem Abfluss einen sanften Pferdeschwanzcharakter. Das Becken am Fuß ist tief und klar; lokale Familien schwimmen hier im Sommer. Die Stätte steht unter Naturschutz. Nächster Ort ist Aldeaquemada, etwa 4 km entfernt; der Zugangsweg vom Parkplatz dauert 20 Minuten. Beste Besuchszeit: Frühling (März–Mai) für maximalen Abfluss, oder Anfang Sommer (Juni), wenn das Wasser noch angenehm zum Schwimmen ist.

Gärten und gestaltete Wasserlandschaften

9. Monasterio de Piedra, Aragón

Das Zisterzienserkloster Piedra, 1194 bei Calatayud (Provinz Zaragoza) gegründet, liegt im Mittelpunkt eines privat verwalteten Naturparks rund um eine Abfolge von Wasserfällen am Río Piedra. Der Park enthält mehr als ein Dutzend benannte Fälle, Becken und Quellen, alle geformt durch den Durchfluss des Flusses durch weichen Tuff und Travertin. Der eindrucksvollste ist die hiesige „Cola de Caballo" — nicht zu verwechseln mit dem Fall im Ordesa — mit etwa 50 Metern Höhe. Weitere Highlights sind der türkisfarbene „Iris-See", dessen Farbe von gelösten Mineralien stammt. Eintritt ca. 12–15 Euro für Erwachsene (Kombikarte mit dem Klostermuseum erhältlich). Der Park ist ganzjährig geöffnet; für den vollständigen Rundweg sollte man 2–3 Stunden einplanen. Calatayud liegt an der Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid–Zaragoza–Barcelona, sodass der Park gut als Tagesausflug von beiden Städten erreichbar ist.

10. Salto del Nervión — Aussichtspunkt und Perspektive

Obwohl als höchster Fall Spaniens bereits oben beschrieben, verdient der Nervión einen eigenen Hinweis zur Besonderheit seiner Aussichtsperspektive. Der Rundweg von Délica führt über die Salvada-Hochfläche und kommt von oben am Mirador an — man schaut also 222 Meter in die Schlucht hinunter, nicht hinauf. Diese Top-down-Perspektive ist ungewöhnlich unter Spaniens Wasserfällen. Das beste Licht für Fotografen ist am Morgen — die Schlucht liegt am frühen Nachmittag schon im Schatten. Im Winter, nach starkem Schneefall, kann der Fall teilweise gefrieren oder als mächtiger Eiszapfen ragen, was Fotografen aus ganz Spanien anzieht. Die Délica-Schlucht unterhalb des Falls ist ein Schutzraum für eine Kolonie Gänsegeier, die häufig in Augenhöhe des Miradors kreisen.

Planung einer Spanien-Wasserfall-Reise

Die Pyrenäen erreicht man am besten ab Zaragoza (für die aragonesische Seite) oder Pamplona/Bilbao (für Navarra und das Baskenland). Die kantabrischen Fälle sind von Santander oder Oviedo aus am günstigsten. Galiciens Ézaro passt gut in ein Küstenreise-Programm ab Santiago de Compostela. Die Binnenfälle (Río Mundo, Cimbarra) lassen sich auf einer Rundreise durch Kastilien-La Mancha oder Nordandalusien verbinden, zum Beispiel mit dem Cazorla-Naturpark.

Frühling (März–Juni) ist überall Hauptflusssaison. Im Sommer trocknen viele pyrenäische und meseteische Fälle stark ab; die kantabrischen und galicischen sind robuster. Im Herbst setzt wieder verlässlicher Regen ein, und das Laub bietet fantastische Kulissen. Alle zehn sind auf der interaktiven Karte eingetragen, um eine Route zu planen, die mehrere Fälle in einer Reise verbindet.