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Die 10 schönsten Wasserfälle in Neuseeland

Browne Falls, Fiordland, New Zealand
Photo: Pseudopanax at English Wikipedia, Public domain, via Wikimedia Commons

Neuseeland ist geologisch jung, tektonisch aktiv und hat mehr Niederschlag als fast jedes andere gemäßigte Land der Welt. Das Fiordland auf der Südinsel ist eine der wasserfall-dichtesten Landschaften der Erde: die steilen Granitfjordwände empfangen direkt aus dem Pazifik kommenden Regen und leiten ihn als hunderte von Wasserfällen in die Fjorde. Das Nordinsel hat weniger dramatische, aber gut zugängliche Fälle mit voluminösem Vulkangestein-Untergrund. Alle zehn sind auf der Karte eingetragen.

1. Sutherland Falls, Fiordland

Der Sutherland Falls im Fiordland National Park fällt 580 Meter in drei Stufen vom Lake Quill, einem Gletschersee auf einem Hochplateau, in das Arthur River-Tal. Er gehört zu den höchsten Wasserfällen der Welt. Zugang nur über den Milford Track — einen der berühmtesten Wanderwege der Welt (53,5 km, vier Tage), der ausschließlich geführt oder per Permit gehbar ist. Der Fall ist von der letzten Campsite direkt erreichbar; ein Seitenweg von knapp 3 km Hin- und Rückweg führt zur Basis. Der Milford Track nimmt täglich maximal 40 Wanderer pro Richtung auf; Buchungen über das Department of Conservation öffnen im Mai für die kommende Saison (November bis April) und sind innerhalb weniger Tage ausgebucht.

2. Browne Falls, Fiordland

Die Browne Falls im Doubtful Sound, mit 836 Metern einer der höchsten dauerhaften Wasserfälle der Welt, sind ausschließlich per Boot vom Doubtful Sound aus sichtbar. Das Wasser fällt von einem Hochplateau direkt in den Fjord, ohne zugängliche Basis. Doubtful Sound ist weniger touristisch als Milford Sound: der Weg führt über eine Busfahrt, eine Fähre über den Lake Manapouri, dann eine weitere Bootsfahrt in den Fjord. Das Fjordgebiet empfängt bis zu 7.000 Millimeter Regen pro Jahr; Browne Falls ist daher zu allen Jahreszeiten aktiv und besonders spektakulär nach Starkregen.

3. Stirling Falls, Milford Sound

Der Stirling Falls (155 Meter) fällt direkt in den Milford Sound und ist von Ausflugsschiffen aus zu sehen und manchmal zu berühren — Kapitäne fahren gelegentlich die Nase der Boote in den Sprühnebel. Nach starkem Regen entstehen an den Fjordwänden hunderte temporärer Fälle, die die Stirling Falls optisch überwältigen. Stirling Falls ist ein permanenter Fall, gespeist von Hochplateau-Wasserreservoirs; er besteht auch an trockenen Tagen. Tagesausflüge von Queenstown (2,5 Stunden Busfahrt über die Milford Road) oder Te Anau (knapp 2 Stunden); frühe Schiffsabfahrten bieten ruhigere Bedingungen und besseres Licht.

4. Lady Bowen Falls, Milford Sound

Der Lady Bowen Falls (162 Meter) ist der einzige dauerhafte Wasserfall im Milford Sound, der aus einem Hochtal-Reservoir gespeist wird, und erzeugt auch Strom für die Milford-Sound-Infrastruktur. Von Schiffen und vom kurzen Uferweg sichtbar. Der Fall liegt nahe der kleinen Dauersiedlung Milford Sound (rund 120 Einwohner), der einzigen bewohnten Gemeinde im Fiordland. Der Weg zum Fuß des Falls ist nicht öffentlich zugänglich, aber vom Schiff aus sind beide Etagen gut erkennbar.

5. Devils Punchbowl, Arthur's Pass

Der Devils Punchbowl Falls (131 Meter) nahe Arthur's Pass im Herzen der Südalpen ist über einen kurzen Wanderweg von 45 Minuten (2 km Hin- und Rückweg, rund 120 Meter Höhenunterschied) erreichbar — einer der zugänglichsten imposanten Wasserfälle der Südinsel. Ein schmaler Plunge-Fall über eine Granitmauer in einen Kessel darunter. Die stärkste Wasserführung besteht im Frühjahr (Oktober–November) bei Schneeschmelze und nach Regen. Das Dorf Arthur's Pass liegt direkt an der Transalpine Railway; der Zug von Christchurch gibt Ausblick auf die Karstwälder des Westens und ist eine eigene Sehenswürdigkeit.

6. Huka Falls, Waikato

Die Huka Falls auf der Nordinsel sind kein hoher Fall, aber ein beeindruckendes Volumen-Phänomen: Der Waikato River, der aus dem Lake Taupo abfließt, wird auf zehn bis fünfzehn Meter Breite zusammengedrängt und schießt mit rund 220.000 Litern pro Sekunde über die Kalkstein-Schwelle. Die intensive türkis-blaue Farbe des Wassers entsteht durch Mineralien des vulkanischen Taupo-Gebiets und die Luftbeimischung beim Hindurchpressen durch die enge Schlucht. Kurzer Fußweg (rund 750 Meter, asphaltiert) von Taupo; Jet-Boot-Touren bis unmittelbar vor die Fälle sind das populärste Abenteuerangebot der Region. Die Huka Falls sind rund um die Uhr und das ganze Jahr offen, bei freiem Eintritt.

7. Bridal Veil Falls, Raglan

Die Bridal Veil Falls (55 Meter) nahe Raglan auf der Nordinsel fallen als schmaler Horsetail-Fall über schwarze Basaltwände in eine subtropische Regenwald-Schlucht. Ein zehnminütiger Gehweg vom Parkplatz führt zur Basis; eine weitere Viertelstunde bergauf zur Plattform am Oberrand. Für Familien gut geeignet; die berühmten schwarzen Sandstrände von Raglan (Ngarunui Beach) für Surfer sind eine Dreiviertelstunde entfernt und lassen sich gut am selben Tag verbinden. Freier Eintritt, ganzjährig offen.

8. Whangarei Falls, Northland

Die Whangarei Falls (26 Meter) im Norden der Nordinsel fallen über eine Basaltschwelle in ein schönes Becken. Der Stadtpark direkt um den Fall ist gut gepflegt; ein Rundweg (1,4 km) erschließt beide Seiten. Eines der wenigen Wasserfall-Ziele Neuseelands, das direkt in einer Stadt liegt — der Parkplatz ist 5 Minuten vom Stadtzentrum Whangarei entfernt. Das Basaltgestein, das die Kante der Fälle bildet, ist kolumnarer Basalt, ähnlich dem der Causeway von Nordirland. Ganzjährig offen, kein Eintritt.

9. Earland Falls, Fiordland

Die Earland Falls (174 Meter) liegen am Routeburn Track, einem der „Great Walks" Neuseelands, auf dem Weg vom Lake Howden zum Lake Mackenzie, etwa 8,5 km vom Routeburn Shelter auf der Otago-Seite. Sie fallen direkt über den Weg; Wanderer passieren durch den Sprühnebel an der Basis. Regenbekleidung ist auf diesem Abschnitt keine Übertreibung. Der Routeburn Track (32 km, zwei bis drei Tage) ist deutlich weniger ausgebucht als der Milford Track; Permits über das Department of Conservation. Buchung ab Oktober für die kommende Saison empfohlen, da beliebt.

10. Fox Glacier Schmelzwasserfälle, Westküste

Die Westküste der Südinsel hat keinen einzelnen berühmtesten Fall, aber zahlreiche Schmelzwasserkaskaden entlang der Hauptstraße, die von den Südalpen-Gletschern Fox und Franz Josef gespeist werden. Der Fox-Gletscher endet auf nur 245 Metern Höhe in gemäßigtem Regenwald — eine Seltenheit weltweit für einen Gletscher dieser Größe außerhalb polarer Breiten. Die Schmelzwasserkaskaden an der Gletscherzunge verändern sich mit dem Gletscherrückzug; Positionen von Aussichtspunkten verschieben sich jährlich. Aktuelle Zugangsinformationen vom Department of Conservation (doc.govt.nz) vor Besuch empfohlen.

Planung einer Neuseeland-Wasserfall-Reise

Das Fiordland erfordert eigene Logistik: Milford Sound ist als Tagesausflug machbar (Buss oder Flug von Queenstown oder Te Anau), der Milford Track ist monatelang im Voraus buchungspflichtig. Arthur's Pass kombiniert gut mit dem Trans-Alpine-Zug als Tagesausflug von Christchurch (knapp 2,5 Stunden je Richtung). Nordinselfälle wie Huka und Whangarei sind für schnelle Stopps auf der Nordinsel-Rundreise ohne Voranmeldung zugänglich.

Nordinsel versus Südinsel: zwei verschiedene Welten

Neuseelands Wasser-Geografie ist nicht gleichmäßig. Die Südinsel — insbesondere das Fiordland und die Westalpen — hat die höchsten und spektakulärsten Wasserfälle. Die Nordinsel hat weniger dramatische, aber volumenstärkere Fälle durch vulkanisches Untergrundwasser und dichte Grasland-Entwässerung. Die Huka Falls produzieren mehr Energie pro Sekunde als viele der höheren Südinsel-Fälle, weil Höhe nur ein Teil des Fallerlebnisses ist.

Regenvolumen: Fiordlands besonderes Klima

Das Fiordland empfängt bis zu 9.000 Millimeter Regen pro Jahr an einigen Messstellen. An Regentagen entstehen hunderte ephemerer Wasserfälle an den Fjordwänden, die einen Tag später wieder verschwunden sind. Ein Besuch im Regen in Milford Sound ist oft eindrucksvoller als an einem sonnigen Tag — was für die meisten Reisenden kontraintuitiv ist. Die Sandflies (Sandmücken, Gattung Austrosimulium) sind im gesamten Fiordland, besonders nahe Wasser, in großer Zahl vorhanden. DEET-basierte Repellentien helfen; lange Ärmel und Hosenbeine beim Stehen an Wasserfällen sind beim ersten Besuch keine Übertreibung.

Wanderwege und Permits: DOC-System

Neuseelands Department of Conservation (DOC) verwaltet die „Great Walks" — neun Fernwanderwege mit Hütten-Buchungssystem. Der Milford Track (max. 40 Personen pro Richtung täglich) und der Routeburn Track (max. 75) sind die wasserfall-reichsten und entsprechend begehrt. Buchungen öffnen ab Oktober für die kommende Saison; beliebte Termine sind innerhalb von Tagen ausgebucht. Das DOC-Buchungssystem ist online unter doc.govt.nz verfügbar — kein Drittanbieter nötig.